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Sonntag, 5. Mai 2013

Bresnik übernimmt die Südstadt

Um weiterhin auch am Platz unbreakbar zu bleiben, musste mein Blog etwas zurückstecken. Nachdem inzwischen die erste Meisterschafts-Schlacht geschlagen ist, bin ich nun wieder da!
Zuletzt hatte ich mich gefragt, warum der ÖTV ein Geheimnis um seine Kader-Spieler und Trainer macht. Da der Verband nicht mit mir kommunizieren wollte, rief ich meine Leser und Leserinnen dazu auf, sich beim Verband zu erkundigen, wer denn dort mit wem trainiert. Diesem Aufruf sind einige nachgekommen, die Antwort (ja, es war immer dieselbe) möchte ich hier nun veröffentlichen. Danke an dieser Stelle für die Mühe, die ihr euch gemacht habt! Es ist gut zu sehen, dass das österreichische Tennis mehreren am Herzen liegt!

Folgende Standard-Antwort von Sportdirektor Trimmel ging an alle Anfragenden:
Die Informationen zu den Jugendkadern und zu individuell geförderten Spielern finden sie auf unserer neuen Homepage, die laufend verbessert wird, manche Informationen sind leider noch nicht vollständig. http://oetv.at/1459,,,2.html
Dass die Informationen nicht vollständig sind, war ja überhaupt Anlass der Kontaktaufnahme. Jetzt haben wir alle zwei Monate zugewartet, inzwischen sollten die Informationen ja wohl vervollständigt worden sein. Tatsächlich steht schon mehr auf der Website, aber leider noch nicht alles. Oder vielleicht ist das schon alles? Es gibt das "Development Programm" des Verbandes, wo offenbar Spieler und Spielerinnen extern trainieren, aber beim Verband offizielle Coaches als Ansprechpartner bzw. Betreuer haben. Die Kader von U12-U18 sind hier zu finden; die Coaches nicht. Ein Leser hat genauer nachgefragt und die Coach-Liste erhalten: Michael Ebert (bis U11), Petra Russegger (U12), Matthias Schuck (U14), Andreas Fasching (U16), Martin Gattringer (U18). Interessant zu wissen wäre, was Michael Ebert macht, wo es doch keinen U11-Kader gibt – aber okay...

Auch die individuell geförderten Spieler sind inzwischen auf der Homepage vermerkt. Diese sind (so gereiht auf der ÖTV-Homepage) Yvonne Neuwirth, Dennis Novak, Karoline Kurz, Mira Antonitsch, Sebastian Ofner, Dominic Weidinger. Überrascht es nur mich, dass unsere größten Talente Dominic Thiem und Barbara Haas hier nicht aufscheinen? Vielleicht stößt ihnen ja der Passus in den Förderbedingungen auf:
Ab Volljährigkeit während der Vertragslaufzeit und bis zum Ende der internationalen Tenniskarriere: Bei einem jährlichen Brutto-Preisgeld von mehr als € 50.000,-- (Single und Doppel), erfolgt eine Rückzahlung bis maximal der Hälfte der vom ÖTV finanzierten, im Vorhinein betraglich festgelegten Kosten (diese richten sich nach der Förderhöhe). Vom € 50.000 übersteigendem Brutto-Preisgeld erhält der ÖTV 25%
In dem 3-Säulen-Konzept des Verbandes ist als mittlere Säule die Ausbildung von Spielern im ÖLSZ Südstadt dargestellt. Mein Hauptkritikpunkt war ja, dass es dazu auf der Verbandsseite keinerlei Informationen gibt. Auch wird über KaderspielerInnen nichts mehr berichtet. Ich habe mich daher gefragt: Gibt es das ÖLSZ Südstadt noch? Werden dort noch Spieler ausgebildet? Da nirgends darauf eingegangen wird, und da (Ex!?)-ÖTV-Coach Gilbert Schaller als Trainer des extern geförderten Sebastian Ofner angegeben wird, liegt für mich die Vermutung nahe, dass man das Leistungszentrum dicht gemacht hat. Die Bresnik-Akademie hat offenbar die Plätze in der Südstadt übernommen, die Hälfte der individuell geförderten SpielerInnen wird ja von Bresnik betreut: Dennis Novak, Karoline Kurz, Mira Antonitsch. Und ich wüsste jetzt nicht, wer noch beim Verband trainieren sollte. Das wirft weitere Fragen zum Thema auf: Wo trainiert jetzt Nachwuchshoffnung Nico Reissig? Und wen trainiert Starcoach Thomas Weindorfer?

Mit einigen Antworten und vielen neuen Fragen entlasse ich euch in die frisch angebrochene Tennissaison und wünsche viele ungebreakte Matches!

Ich bin Unbreakbar

Dienstag, 5. Februar 2013

Das Unvermögen des Clemens Trimmel

Österreich verlor am Wochenende das Davis-Cup-Erstrundenduell der Weltgruppe gegen Kasachstan. Jürgen Melzer und Andreas Haider-Maurer waren gegen die ehemaligen Russen Andrey Golubev und Evgeny Korloev chancenlos. Da gibt es nichts zu beschönigen. Kasachstan hat verdient gewonnen.

Jetzt sucht man nach den Ursachen: Ist Melzer zu alt? Ist Haider-Maurer zu schlecht? Haben wir zu wenig Auswahl an Einzelspielern? Konnte Kapitän Trimmel die Truppe nicht gut genug auf den Gegner einstellen?

Nach dem Sieg über inferiore Russen in der ersten Runde der Davis-Cup-Weltgruppe 2012 wurde Clemens Trimmel von medialer Seite Immunität zugesprochen. Praktisch kein Wort der Kritik war in den Medien über den Wunderwuzzi zu lesen, der vollbracht hatte, was selbst Thomas Muster (Davis-Cup-Kapitän 2004-2006) nicht gelungen war: Den Aufstieg unter die besten acht Tennisnationen der Welt. Captain Tom hatte damals mit der Begründung seinen Hut genommen, dass Österreich eine Pendler-Nation sei – zwischen Weltgruppe und Relegation – und es für das Team keine Perspektive gäbe. Da das aktuelle Team im Vergleich zu jenem von 2004 lediglich in einer Position (Andreas Haider-Maurer statt Stefan Koubek) verändert wurde, darf es nicht weiter verwundern, dass wir unverändert dastehen und im Herbst wieder in die Relegation müssen.

Ich hoffe, dass man mit Trimmel fortan umgeht, wie es ihm gebührt! Ich habe ja schon öfters auf die Missstände seit seinem Amtsantritt Ende 2011 hingewiesen. Bis heute hat Trimmel meines Wissens keine Österreichischen Meisterschaften besucht um sich ein Bild vom Nachwuchs zu machen. Stattdessen bereiste er alle Grand-Slam-Turniere, sowie die Olympischen Spiele um dort auf Steuerzahlerkosten Urlaub zu machen. Für die Formulierung eines neuen Förderkonzepts hat er über ein Jahr gebraucht (umgesetzt ist es immer noch nicht). Im Zuge dieser "Arbeit" hat er zuletzt schlicht vergessen um 300.000€-Fördergelder anzusuchen. Und jetzt hat das Davis-Cup-Team unter seiner Leitung auch noch gegen den schwächsten möglichen Gegner verloren. Was braucht es noch um sein Unvermögen endlich anzusprechen?

Das Österreichische Tennis steht jedenfalls seit dem Antritt von Clemens Trimmel schlechter da, als unter dem ehemaligen Sportdirektor Gilbert Schaller! Und das will etwas heißen!

Ich bin Unbreakbar

     

Sonntag, 23. September 2012

Es geht nichts weiter

Am 23. September 2009 rief ich den österreichischen Tennisblog unbreakbar ins Leben. Gedacht als kritische Stimme der heimischen Tennisszene mit der zentralen Forderung: Gilbert Schaller, bitte zurücktreten!

2010 wurde angekündigt, dass Schaller Kompetenzen abgeben werde. Im Mai 2011 legte er dann das Amt des Davis-Cup-Kapitäns nieder, im September trat er auch als Sportdirektor zurück. Der damalige ÖTV-Präsident Ernst Wolner kündigte an, dass ihm Ronnie Leitgeb als Präsident ab März 2012 folgen werde; und, dass Clemens Trimmel der Wunschkandidat für den Posten des Davis-Cup-Kapitäns sei. Später wurde klar, dass Trimmel alle von Schaller zurückgelegten Agenden übernehmen sollte.

So gut sich das auch anhörte, barg die Besetzung Risiken: Der neue Präsident Leitgeb bündelt viele Funktionen in einer Person - neben dem Amt des obersten Repräsentanten des Verbandes ist er gleichzeitig Manager von Österreichs Top-Spielern Jürgen Melzer und Tamira Paszek. Und er war Manager und Mentor des Neo-Sportdirektors und Davis-Cup-Kapitäns Clemens Trimmel. Der Verdacht, dass Trimmel nur als Marionette fungieren könnte, lag nahe.

Und der Verdacht hat sich erhärtet: In der Zeit seinem Amtsantritt Ende 2011 bis zum Antritt von Leitgeb im März 2012, passierte beim Verband nichts. Trimmel konnte sich als Davis-Cup-Kapitän profilieren, und mit dem Sieg Österreichs über unmotivierte Russen (die inzwischen schon in die Zweitklassigkeit abgerutscht sind), konnte Trimmel vom Wesentlichen ablenken: Keine Konzepte wurden präsentiert, keine Meisterschaften besucht, für das heimische Tennis wurde nichts getan. Stattdessen engagierte der ÖTV die Agentur Trii (die unter anderem von Rene Enzinger, dem Sohn des Davis-Cup-Bespanners Erwin Enzinger betrieben wird), um den Verband besser im Social-Media-Bereich darzustellen. Das gelang auch. Nur trägt Trimmel nichts dazu bei. Er spielt ein paar Bälle und hält das elastische Band, das Tamira Paszek in dem relativ sinnfreien Video vor ihrer Olympia-Teilnahme zeigt, sonst sieht man ihn selten. Weder beim Training in der Südstadt, noch bei nationalen Meisterschaften, oder wichtigen Liga-Partien. Stattdessen besucht Trimmel die Grand-Slam-Turniere, sowie die Olympischen Spiele auf Steuerzahlerkosten, wo er länger gastiert als die heimischen Top-Stars.

Als Leitgeb dann sein Amt antrat, gab man als wichtigstes Ziel aus, die Trainer überprüfen zu wollen. Am 13. Oktober findet die erste offizielle Fortbildung für Trainer statt. Seit Mitte September sollte auf der Website des ÖTV zu lesen sein, wie es sich genau mit den künftigen Gold-, Silber- und Bronze-Lizenzen verhalten wird. Freilich findet man dazu noch nichts auf der Seite, die jetzt zwar in neuem Look, aber mit unverändert schlechter Menüführung und Befüllung auffällt.

Eine Bilanz nach gut einem Jahr mit Clemens Trimmel und einem halben Jahr mit Ronnie Leitgeb fiele vernichtend aus, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Auch das APA-Interview mit Ronnie Leitgeb ist nichtssagend. Fakt ist, dass außer einem optischen Aufputz des Verbandes noch nichts passiert ist.

Im Vergleich zu 2009 hat sich etwas wesentlich verändert: Die Zahl der Tennismedien in Österreich ist um zwei verhältnismäßig große Player gestiegen: tennisnet.com und Happy Tennis hätten durch ihre Reichweite die Möglichkeit, Missstände aufzuzeigen und den Verband wachzurütteln. Doch leider ist man in beiden Medien auf Schmusekurs mit dem Verband. Kritische Berichterstattung ist auf erstgenannter Plattform gänzlich ausgestorben.

Sonnenschein-Berichte über die heile österreichische Tenniswelt sind mir aber nicht genug.

Ich bin Unbreakbar

     

Montag, 2. April 2012

Leitgebs Ansätze sind noch ausbaufähig

Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel passiert. Zunächst hat der ÖTV seinen Kader auf meine Anfrage bekannt gegeben: Trainer: Schaller, Weindorfer, Slanar; Spieler: Reissig, Neuchrist, Eibl, Ahne, Ofner, Heil, Kurz. Die extern geförderten U12- und U14-Spieler nannte der Verband auch, auf eine weiterführende Frage bezüglich der definitiv förderwürdigen Thiem, Weidinger, Miedler und B. Haas gab es dann jedoch keine Antwort mehr.

Ganz oder gar nicht - Fragen teilweise beantworten ist schlicht unprofessionell.

Und Ronnie Leitgeb wurde als neuer ÖTV-Präsident vorgestellt. Die Pressekonferenz wurde gar live auf ORF Sport Plus übertragen. Leitgebs Ansätze klingen sinnvoll. Als Hauptstütze des heimischen Tennissports sieht er den Meisterschaftsbetrieb. Als Hauptaufgabe des Verbands definiert er, die stärkstmöglichen Nationalmannschaften zu stellen.

Da Leitgeb die beiden besten heimischen Spieler managt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese auch im Nationalteam spielen.

Dafür will man aus einer möglichst breiten Masse an Jugendlichen schöpfen, und dabei hofft man speziell auf jene mit Migrationshintergrund - "wie im Fußballverband". Weiters soll für die Jugendlichen eine Turnierlandschaft im Land geschaffen werden, die Turnierreisen ins Ausland überflüssig machen soll. Und im Jugendbereich wurde auch schon der erste Auftrag vom Präsidenten an seinen Ex-Schützling und aktuellen Sportdirektor und Davis-Cup-Kapitän erteilt: Trimmel soll einen Junior-Davis-Cup- und Junior-Fed-Cup-Kader nominieren.

Österreich ist ein so kleines Land, da kann man ruhig mal ins benachbarte Ausland auf ein Turnier fahren. Der Vorarlberger sollte eher in der Schweiz spielen als in Wien.

Als Hauptproblem im heimischen Tennissport sieht Leitgeb das Trainerwesen: Trainer werden zwar seit Jahren ausgebildet, der Verband hat aber nicht einmal Liste der Trainer. Der neue Präsident will verpflichtende Weiterbildungen einführen. Noch heuer soll dafür ein Credit-System nach Bologna-Uni-ECTS-Vorbild eingeführt werden. Auch Ausbildungen im Ausland sollen berücksichtigt werden.

Das Credit-System auf den Universitäten hat dasselbe Problem wie das von Leitgeb angedachte: die schlechte Vergleichbarkeit der Ausbildungen im Ausland.

Und dem Neo-Präsidenten ist die positive Positionierung des Tennissports wichtig. Wenn die Wahrnehmung positiv ist, ist das nach Leitgeb die Halbe Miete. Die Verbands-Website wird überarbeitet (zuletzt brachte ich ja geraume Zeit damit zu, Infos auf der ÖTV-Seite zu suchen). Social-Media-Sites und die Plattform playtennis sollen forciert werden, ebenso die ITN-Einstufung über die entsprechende Website.

Doch Vorsicht: Wenn man nur vorgibt toll zu sein, ist man es noch lange nicht.

Ich bin Unbreakbar

Mittwoch, 14. März 2012

Wer trainiert überhaupt beim ÖTV?

Ich habe schon länger nichts vom Leistungszentrum Südstadt gehört und wollte mich darüber informieren, wer da überhaupt gerade mit wem trainiert. Ich rufe also die Website des Österreichischen Tennisverbands auf und lese einen Text von Sportdirektor Schaller über das BSFZ Südstadt: "Die Tennisspieler und -spielerinnen trainieren mit sehr gut ausgebildeten, erfahrenen Trainern im nationalen Zentrum. Dazu zählen Gilbert Schaller, Jürgen Hager und Thomas Weindorfer." Seit Jürgen Hager den ÖTV im Mai verlassen hat, hatte man bei ÖTV wohl noch keine Zeit das auf der Website zu ändern. Wieso lässt man das nicht Alleskönner Martin Slanar machen, der ja seit September 2011 in der Südstadt arbeitet und freilich auch in diesem Bereich seine Qualifikationen hat. Nach weiterer Recherche finde ich unter dem Menüpunkt "Leistungssport" und dem Untermenüpunkt "Verbandsarzt" (wo sonst) dann aber doch den aktuellen Trainerstab: Sportdirektor und Davis Cup Kapitän Gilbert Schaller, Thomas Weindorfer, Martin Slanar (dessen Profil auf Florian Pernhaupt verlinkt ist) und für die Kondition zuständig Mag. Martin Steinbauer. Ich will es nicht zu genau nehmen, auf diese Seite findet eh sonst keiner - also weiter:

Wer sind denn überhaupt die aktuellen Kaderspieler in der Südstadt für die der österreichische Steuerzahler und die Tennisspieler im speziellen gerade so aufkommen? Nachdem ich gefühlte vier Stunden die ganze Website durchsucht habe, nehme ich selbige mit Hilfe von Google unter die Lupe und komme auf die Seite "Kader im NLZ Südstadt". Hier wird die von Gilbert Schaller betreute Challenger-Gruppe beschrieben: angeführt von Nico Reissig, gefolgt von ... ähm, niemandem. Das 23-jährige Talent ist nach seiner Knieverletzung im Juli 2011 inzwischen wieder im Training, das aber mit dem Davis Cup Team von Uruguay. Gilbert Schaller hat also seit September 2011 (letztes Davis-Cup-Match von Österreich unter seiner Leitung) nichts mehr zu tun gehabt. Die Future-Gruppe mit Samuel-Tristan Weissborn, Maximilian Neuchrist und Anna-Maria Heil leitet laut Website Thomas Weindorfer. Dass Jürgen Hager nicht mehr beim ÖTV ist, ist uns ja schon an anderer Stelle aufgefallen; seine Junioren-Grand-Slam-Gruppe bilden Markus Ahne, Michael Eibl und Dominik Weidinger.

Letztere Gruppe war und ist natürlich so weit von einem Junioren-Grand-Slam entfernt, dass ich auf einen derart absurden Vergleich verzichten möchte. Immerhin war Markus Ahne bei den Eddie Herr Junior Championships - einem sehr traditionsreichen Jugendturnier - in der Quali im Einsatz. Michael Eibl ist hingegen seit Oktober 2011 wegen angesammelter Flüssigkeit in seinem Ellbogen außer Gefecht, außerdem nicht mehr jugendlich. Und Dominik Weidinger feierte zwar heuer einen Turniersieg auf ITF-Ebene, trainiert aber nicht mehr beim Verband.

Auch nicht mehr beim Verband ist Tristan-Samuel Weissborn, der aufgrund von disziplinären Verfehlungen rausgeworfen wurde. Von ihm hat man seither nicht viel gehört; seine Turnierlocations 2012 Mallorca und Santiago de Chile machen aber immerhin Lust auf Urlaub.

Was wissen wir?
Mit Alleskönner Slanar trainieren Karoline Kurz, was hier im gewohnt individuell gestalteten Video-Interview (die Ganzkörper-Aufnahmen sind z.B. doch recht häufig) von Andreas Du-Rieux angesprochen wird. Und wie ich aus dieser Meldung auf der ÖTV-Website schließe, ist auch Anna-Maria Heil immer noch beim Verband. Derzeit sind die beiden Mädels auf Turnierreise in Indien und teilweise nicht so unerfolgreich. Während Heil zwei Auftaktniederlagen in der Qualifikation einfuhr, holte Kurz in Mumbai sogar ihren ersten WTA-Punkt.

Wahrscheinlich begleitet Martin Slanar die beiden - er ist im Verband ja derzeit der Mann für alle Fälle. Eben noch im Doppel-Einsatz mit Markus Ahne bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften, jetzt schon in Indien!? Ob Gilbert Schaller und Thomas Weindorfer gerade die Halle in der Südstadt putzen oder sich irgendwo vor Neo-Sportdirektor Clemens Trimmel verstecken, kann ich nicht beurteilen.

Nicht unerwähnt bleiben soll: Die beiden Juniorinnen erfüllen die Förderungs-Vorgaben 2011 vom ÖTV (soll: ITF-Ranking von 300 bzw. 100 & WTA 1000) ebenso wenig wie Markus Ahne (soll: ITF 30 & ATP 1000). Doch Mag. (FH) Clemens Trimmel überarbeitet derzeit die Kriterien, wie der ÖTV erklärt, und kontaktiert die Spieler, die für Förderungen in Frage kommen persönlich.

Dieser Zustand ist jedenfalls untragbar! Das Leistungszentrum in der Südstadt verschlingt beträchtliche Summen. Allein die schützlinglosen Trainer kosten ja monatlich Unsummen, ausgebildet wird jedoch niemand! Schon letztes Jahr habe ich auf die Förderproblematik hingewiesen - das tue ich hier erneut und weite meine These aus: Wenn das Niveau der Spieler nicht reicht, darf man sie nicht fördern! Und wenn man keine Spieler hat, braucht man auch keine Trainer, die auf unsere Kosten durchgefüttert werden!

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Positive personale Veränderungen 2012

Zuletzt zog ich eine Bilanz der Zahlen und fand trotz schlechterer Platzierungen unserer Top-Spielerinnen und Spieler ein paar positive Aspekte am heimischen Tennisjahr. Ich hatte überlegt Dominic Thiem ebenso positiv als Zukunftshoffnung aufzunehmen; nach seinem Orange-Bowl-Sieg haben das andere übernommen. Der Bursche hat inzwischen sogar schon eine Fansite - auf eine Website verzichtet man im Thiem-Clan ja bisher. Dafür kann sich Coach Bresnik das ein oder andere Schnitzerl extra leisten...

Doch was ist abseits der Weltranglisten so passiert?
Besonders erfreulich war der Abgang von Davis-Cup-Captain und Sportdirektor Schaller. 2443 Tage dauerte die Schreckensherrschaft des Bruckers; mit mindestens ebenso vielen Fehlentscheidungen. Ihm folgt nun Clemens Trimmel auf beiden Positionen nach, Koubek wollten die Spieler nicht neben sich auf der Bank sitzen sehen.
Ich räumte ein, dass Trimmel nur eine Marionette des designierten ÖTV-Präsidenten (und seines früheren Mentors) Ronnie Leitgeb sein könnte. Dieser ist ja auch als Manager von unseren Einsern Jürgen Melzer und Tamira Paszek tätig und wird wohl ab 2012 der mächtigste Mann im rot-weiß-roten Tennissport sein. Zu viel konzentrierte Macht ist sicher gefährlich. Aber aktuell überwiegt bei mir die Freude über Wolners Abgang.

Schließen möchte ich heute mit einer Anekdote:
Nach dem Stadthallenturnier schrieb ich der selbsternannten "Entertainment-Agentur" Sportshow, die unter anderem die DJs beim ATP-Turnier in der Bundeshauptstadt stellte:

Hallo!
Ihre Performance bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle war
wirklich mies! Aus einem reichen Repertoir von 10 Liedern wurden dann
doch immer dieselben 5 gewählt. Das Publikum klatschte zwar brav nach
der Aufforderung seine Hände in die Höhe zu strecken (Put your hands
up in die air, ...); anhören wollte sich das Lied nach dieser Woche
aber keiner mehr.

Auf die Frage "Was hat Ihnen bei den Erste Bank Open 2011 am wenigsten
gefallen?" antworteten
47% Musik bzw. DJs
17% Die Abschiedsshow von Thomas Muster
11% Das Abschneiden der Österreicher
5% Die Platzsprecher

den restlichen 17% missviel etwas anders.

Bitte lassen Sie motiviertere Leute fortan dort arbeiten!

MfG, HT


Und auch hier ist eine positive Entwicklung zu beobachten: Die "Agentur", die sich inzwischen nur noch als Arbeitsgemeinschaft bezeichnet, hat sich laut Website aufgelöst.

Nach solchen personalen Entwicklungen kann man nur positiv ins neue Jahr blicken!
Ich bin Unbreakbar

Montag, 14. November 2011

Trimmel nur eine Marionette?

Ich habe mir etwas Bedenkzeit genommen bevor ich mich zur Bestellung von Clemens Trimmel äußern wollte. Es ging letztlich alles ziemlich schnell: Zwar war Trimmel als Davis-Cup-Kapitän schon länger im Gespräch, vom Sportdirektor-Posten sprach aber keiner. Dann in der Stadthallen-Woche wurde die Doppelfunktion des Wieners bekanntgegeben.

An ebendieser Doppelfunktion war zuvor Gilbert Schaller gescheitert. Zwar brauchte dieser viel zu lange um sich das einzugestehen - aber das ist Schnee von gestern. Clemens Trimmel, zuletzt bei Österreichs größtem Online-Wettanbieter bwin tätig, will anders als sein Vorgänger nicht am Platz stehen, sondern am Bürotisch Platz nehmen.

Melzer (= das vielzitierte Team) wollte ihn als Davis-Cup-Kapitän; doch nur Teamchef wollte Trimmel nicht sein - zwei Wochen Arbeit im Jahr lasten dann doch zu wenig aus. Da bot man ihm kurzerhand den Sportdirektor-Posten an, auf Empfehlung des nächsten ÖTV-Präsidenten Ronnie Leitgeb - seines Zeichens auch Melzer-Manager.

Und da fällt dem versierten Beobachter auf: Clemens Trimmel ist nicht nur Ex-Profi, Ex-Davis-Cup-Spieler, Ex-Top-200-Spieler, sondern auch Ex-Schützling von Ronnie Leitgeb. Dass der Muster-Macher auf seinen einstigen Zögling noch gewissen Einfluss ausüben kann, ist keine allzu gewagte These. Doch das muss nicht unbedingt schlecht sein!

König Ronnie I
Kürzlich wurde bekannt, dass Melzer-Manager Leitgeb nun auch Österreichs beste Dame Tamira Paszek "übernimmt". Der angehende König im österreichischen Tennis baut schon seinen Hofstaat auf: Melzer, Paszek und Trimmel sind Schlüsselfiguren in Leitgebs Spiel. Weitere werden folgen!

Das heimische Tennis liegt ab 2012 also in den Händen Ronnie Leitgebs. Das birgt natürlich Gefahren, denn selten hat zuviel Macht in den Händen eines Einzelnen der Mehrheit genützt. Andererseits bietet die Regentschaft von Leitgeb auch Chancen: Mit der erwähnten Unterstützung können Strukturen aufgebrochen und Veränderungen angegangen werden. Ich bin gespannt was er aus seinen Möglichkeiten macht, denn wie ÖTV-Vize-Präsident Helmut Dorn sagte: "Am Geld ist im Österreichischen Tennis noch kein Projekt gescheitert!"

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Diese Chance ist vertan!

Ende 2010 herrschte Aufbruchsstimmung im heimischen Tennis. Schon im Juni befand ich: Tennis ist wieder da! Kurz darauf gewann Melzer das Wimbledon-Doppel; im Oktober krönte der Niederösterreicher seine beste Saison mit der erfolgreichen Titelverteidigung in der Wiener Stadthalle. Andi Haider-Maurer kam dort bis ins Finale. Muster feierte ein vielumjubeltes Comeback. Wenig später wurde Melzer zum österreichischen Sportler des Jahres gewählt. Anfang des Jahres 2011 schaffte es Melzer für 14 Wochen sogar in die Top 10 der Einzel-Weltrangliste.

Doch das alles scheint vergessen. Der US-Open-Sieg Melzers 2011 ging praktisch unter. Der erneute Verbleib in der Davis-Cup-Weltgruppe ebenso.

Tennis ist mangels Melzer-Siegen aus der heimischen Berichterstattung verschwunden!

Achtungserfolge der besten heimischen Dame Tamira Paszek werden im ORF bestenfalls in einem Beisatz erwähnt. Meinem Aufruf, den Aufschwung zu nutzen, wurde nicht Folge geleistet. Wolner, Teuschl, Schaller und Co. haben auch diese Möglichkeit ausgelassen! Ich schlug eine Tennis-Tour durch Österreich vor: Melzer, Haider-Maurer, Fischer, Koubek, Bammer, Paszek, Meusburger, Mayr, sowie Thomas Muster und Barbara Schett (in wechselnder Besetzung) sollten bei Tennis-Info-Events für weitere Medienpräsenz sorgen und neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene wieder zum Tennissport bringen. Ein Vorschlag von mir war auch die Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs: Tennisösterreich sendet seine Ideen zur Förderung des Tennissports ein. Eine Handvoll Ideengeber könnte mit Alex Antonitsch und seinem Team von tennisnet und Turnierveranstaltern wie Herwig Straka ein Konzept für die Vermittlung von Tennis erarbeiten.

Passiert ist freilich nichts; dem Verband fehlt es schlicht an Interesse für das heimische Tennis! Klar ist, dass der Verband nichts zu den heimischen Erfolgen beigetragen hat, dennoch hätte er besagte Erfolge nutzen können. Stattdessen wird weitergewurschtelt. Konzepte gibt es nicht.

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 22. September 2011

Ein Abgang zum Freuen

Ich hätte mir nicht gedacht, dass Wolners Auftritt in Sport am Sonntag solche Wellen schlagen würde. Sogar dem Standard war der phasenweise selbstbeweihräuchernde Auftritt des 70-Jährigen eine Meldung wert. Der Standard war übrigens auch jenes Medium, das als erstes vom (angeblich) endgültigen Karriereende des Thomas Muster schrieb. In der Wiener Stadthalle 2011 soll der dann 44-Jährige sein (wahrscheinlich wirklich) letztes ATP-Match bestreiten.

Doch zurück zum Abgang Wolners: Tennisnet schlachtete den Auftritt des scheidenden Präsidenten aus. Für jene, die es noch nicht mitbekommen haben: Wolner erklärte, dass ihm Ronnie Leitgeb als ÖTV-Präsident im März 2012 nachfolgen würde, und dass Clemens Trimmel wahrscheinlich Davis Cup Kapitän und Sportkoordinator wird. Es war die Rede vom "Stören der Feierlichkeiten in Antwerpen", wo sich das heimische Davis Cup Team mit seinem überraschend klaren 4:1-Auswärtserfolg über Belgien den Verbleib in der Weltgruppe gesichert hatte. Stiehlt Muster mit seinem Karriereende dem Davis Cup Team und dem ÖTV jetzt die Show?

Vielleicht sehe ich das bei all meiner Freude über die schon lange von mir geforderten Abgänge von Schaller und Wolner nicht ganz so eng. Ich sehe es sogar positiv:

Endlich wird Klartext gesprochen!

Der ÖTV schweigt sich nur allzu gerne über relevante Themen aus. Wir wollten doch alle wissen, wie es weitergeht. Und so oft hat das heimische Tennis keine Redezeit im ORF - was sich mit dem Neustart des Senders ORF Sport Plus am 26. Oktober 2011 hoffentlich ändert. Freuen wir uns doch, dass Wolner endlich weg ist. Er hätte einen unfähigeren Nachfolger finden können. Ronnie Leitgeb ist zwar kein Sympathieträger, jedoch traue ich ihm schon zu, dass er einiges bewegen kann. Lustig finde ich, dass Leitgeb Wolner als "größten Bremser der österreichischen Tennisgeschichte" bezeichnet hat. Und jetzt, wo Wolner aufs Gas tritt, gerät Leitgeb ins Schleudern.

Meine Favoritin für den Posten der Präsidentin war ja Barbara Schett! Als ehemalige Spitzenspielerin wäre sie die ideale Repräsentantin des heimischen Tennissports. Schett könnte mit ihrer energiegeladenen, positiven, geradlinigen Art wohl einiges bewegen. Sie könnte ihre Stärken im zwischenmenschlichen Bereich in dieser Position voll ausspielen, und gleichzeitig ein kompetentes Wort im Spitzensport mitreden. Aber ihre Zeit ist wohl noch nicht gekommen - vielleicht ist sie schlicht zu jung. Um in Österreich Bundespräsidentin zu werden, muss man ja auch 35 Jahre alt sein (was Schett seit heuer ist). ÖTV-Präsidenten (und Bundespräsidenten) sind jedoch erfahrungsgemäß um vieles älter.

Ich bin Unbreakbar

Mittwoch, 7. September 2011

Martin Slanar, der Alleskönner

Und da ist es passiert: Der ÖTV unter Neo-Sport-General-Sekretär-Direktor Peter Teuschl hat sich nur eine Woche nach dessen Antritt ein Ei gelegt. Der ewig erfolglose und chronisch verletzte Martin Slanar wird neuer Trainer einer Jugendgruppe im Leistungszentrum. Unverblümt erklärt der 30-Jährige im Interview (das der ÖTV auch noch auf seiner Website veröffentlicht), dass er keinerlei Trainerausbildung hat. Doch der Blonde (in jeglicher Hinsicht) entwarnt: "Wenn man's ganz genau nimmt, ist es ja nicht so, dass ich überhaupt keine Ausbildung hätte. Ich beschäftigte mich mein Leben lang mit Tennis."

Na dann ist ja alles in Ordnung!

Slanar ist ein Segen für den Verband, denn er hat zahlreiche nützliche Fähigkeiten:
Er beschäftigte sich auch sein Leben lang mit Essen - daher ist er gleichzeitig der neue Ernährungsexperte des ÖTV.
Weiters beschäftigte er sich auch sein Leben lang mit Duschen und aufs Klo gehen - daher ist er der neue Installateur des ÖTV.

Super!

Als ich den Artikel "Tennisverband sucht Mitarbeiter" von Harald Ottawa im Kurier las, schmunzelte ich noch. Gleichzeitig schauderte mir jedoch vor Personalentscheidungen. Was sagen wohl Maximilian Neuchrist und Tristan-Samuel Weissborn (der zuletzt sehr erfolgreich auf Future-Ebene agierte), dass man ihnen einen, die längste Zeit erfolglosen, Ex-Profi ohne Coach- oder Trainer-Know-how zur Seite stellt? Was will Slanar ihnen sagen? Wie man es nicht macht!?

Zum Hohn meldet sich auch Ex-Sportdirektor Schaller zu Wort: "Im internationalen Tennisgeschehen sind bei Verbänden und bei Topspielern viele Profis, die international erfolgreich unterwegs waren und ihre Karriere beendet haben, aufgrund ihrer praktischen Erfahrung sehr begehrt für einen Trainer-Job."

Lieber Herr Schaller: Das Profil passt vielleicht auf Stefan Koubek, nicht aber auf Martin Slanar!

Der Verband macht sich damit einmal mehr lächerlich! Für die auszubildenden Spielerinnen und Spieler ist Slanars Besetzung eine Verhöhnung, weil eine Verschwendung von ÖTV-Mitteln die jeglicher rationalen Grundlage entsagt.

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 1. September 2011

Die Ära Schaller ist zu Ende

Vor 708 Tagen rief ich den unbreakbaren Blog über das österreichische Tennis mit der Forderung Gilbert Schaller, bitte zurücktreten! ins Leben. Bis dato war die offensichtliche Unfähigkeit des Steirers nie öffentlich diskutiert worden; doch die kritischen Stimmen sollten sich mehren. Mit der Wiedergeburt der heimischen Tennisplattform tennisweb (mit neuem Namen tennisnet) gab es ein Medium um berechtigte Kritik zu üben. Thiem, Wagner, Wagner, Stefanits und andere prangerten neben mir die Unfähigkeit des Bruckers an.

Der Abgang Schallers erfolgte dann auf Raten: Zunächst bekam er - mit verhöhnender zeitlicher Verzögerung - Assistentin Marion Maruska zur Seite gestellt, die die administrativen Belange übernehmen sollte. Dann legte er das Amt des Daviscup-Captains nieder. Und nun ist der Rücktritt Schallers als Sportdirektor endlich Wirklichkeit. Die zahlreichen Fehlentscheidungen betreffend Förderungen, Wildcard-Vergaben, Kaderspieler-Auswahl, Trainingsreisen und vieles mehr möchte ich hier nicht noch einmal ausführen.

Nach 2443 Tagen als Sportdirektor will Schaller nun endlich nur noch Trainer sein! Und das ist gut so! Ironischerweise ehrte der ESV Bruck an der Mur Schaller am vergangenen Wochenende mit der Umbenennung des Centrecourts in "Gilbert Schaller-Platz". Vielleicht wollte man in Bruck auch neue Kunden gewinnen indem man den vom Sportdirektor benachteiligten bzw. enttäuschten Spielern, Trainern und Fans eine Möglichkeit bietet, sich abzureagieren. À la: "Heute spuck ich auf Gilbert Schaller". Seine größten Kritiker können das ja trotz des Rücktritts tun...

Lasst uns feiern, Schaller ist Geschichte!
Aber Vorsicht: Interimsmäßig übernimmt Generalsekretär Peter Teuschl das Amt des Sportdirektors bis zum Jahresende. Er ist nur einer der ignoranten Sesselpicker ohne Innovationswillen, deren König natürlich Präsident Ernst Wolner ist. Letzterer wird jedoch nächstes Jahr als Präsident ersetzt; unglücklicherweise hat er aber noch Mitspracherecht bei der Neubesetzung des Sportdirektorpostens. Auf jenem sitzt für ein Quartal nun Peter Teuschl. Bleibt zu hoffen, dass dieser nicht zu viele Dummheiten macht. Zum Glück legt er aber lieber den einen oder anderen ausgedehnten Urlaub auf ÖTV-Kosten ein, als tatsächlich zu arbeiten. Dafür hat Teuschl ja seinen "Ziehsohn" Thomas Grömer, der ihm seit jeher als Mann fürs Grobe zur Seite steht - fortan Vollzeit für den Verband, wie tennisnet weiß.

Schaller ist weg - doch die Entscheidungsträger, die ihn besetzt haben, sind noch immer da. Die Gefahr einer weiteren Fehlbesetzung mit nicht auszudenkenden Konsequenzen für den heimischen Tennis-Nachwuchs ist gewaltig!

Ich bin Unbreakbar

Montag, 8. August 2011

"Eklat" um Haas nur ein Vorwand!?

Der Wildcard-Eklat um Barbara Haas, den tennisnet ausschlachtete, erzielte unter den Usern des Mediums erhebliche Resonanz. An einen Artikel der Website mit zehn Kommentaren kann ich mich nicht erinnern. Die Kurzfassung: Raimund Stefanits, Manager von Barbara Haas, suchte beim ÖTV um eine Qualifikations-Wildcard für das Innsbruck-Future an. Im Auftrag von Sportdirektor Schaller wurde Haas diese verwehrt. Die Vertretung von Schallers Sekretärin schrieb das Mail mit der Absage. Später stellte sich heraus, dass man beim ÖTV dachte, es ginge um eine Hauptbewerbs-Wildcard. Diese wollte man anderwärtig vergeben; für die Qualifikation jedoch hätte man Österreichs bester Jugendlichen – nachdem man den Fehler erkannt hatte – jedoch gerne ein Freiticket gegeben.

Vertraglich steht Haas, laut Stefanits, eine Wildcard bei jedem Turnier in Österreich zu, wo sie diese benötigt. Wenn das so ist, ist das zunächst ein extrem gut verhandelter Vertrag für die Spielerin. Meiner Meinung nach, würde selbst ein Chaotenhaufen wie der ÖTV so einen Vertrag nicht unterschreiben. Aber Verträge aushandeln kann Stefanits: Er hat ja auch Sponsoren für die äußerst riskanten Fördermodelle von Hofmanova und Haas aufgestellt. Wir erinnern uns: Zumindest ein Top-40-Platz ist nötig, damit die Sponsoren etwas verdienen.

Ist Stefanits verwirrt? So wollte er im zweiten Absatz Haas noch Quali spielen lassen, im dritten Absatz (als der ÖTV den Fehler erkannte und eine Wildcard anbot) wollte er jedoch keine Wildcard für die Quali verschwenden. „Nein, jetzt mag ich nimmer…“ Das sieht nach Kindergeburtstag aus! Fakt ist, Haas ist derzeit außer Form. Seit Halle hat sie nicht mehr wirklich etwas gewonnen, zuletzt gar gegen Yvonne Neuwirth verloren. Ihre drei Future-Auftritte 2011 waren allesamt nach Runde eins zu Ende. Jetzt gegen den ÖTV zu wettern und mit einem Verzicht auf Verbands-Unterstützung eine Turnierauszeit zu begründen, ist vielleicht nicht ganz verkehrt und taktisch nicht unklug.

Die Aufregung ist klar übertrieben und für mich nur so zu rechtfertigen, dass Stefanits seinen Schützling vor weiteren Niederlagen bewahren will. Er beißt nicht nur in die Hand die ihn füttert, sondern kiefelt sie bis auf die Knochen ab. Stefanits ist sich seiner Sache sehr sicher – der Verband kann nach Thiem nicht auch sein größtes Talent bei den Mädchen verlieren. Der ÖTV lässt ja offenbar beachtliche Fördersummen für Haas springen. Da dem Thiem-Clan, wie berichtet, 25.000 Euro angeboten wurden, gehe ich von derselben Summe für Haas aus. Ich bin gespannt, ob sich das Schaller und der Verband gefallen lassen.

Wie tennisweb-User „Tennispiet“ schreibt, schaffen wahre Talente den Durchbruch auch ohne Wildcards. Recht hat er. Und ich finde, Wildcards muss man sich verdienen. Barbaras Schwester Patricia gewann zuletzt ein paar Future-Matches; deren Fluss zu fördern, halte ich für richtig. Hingegen ist es wertlos, ein Wildcard-Abo für Barbara Haas auszugeben, nur weil keine anderen Talente im letzten Jahr auf ansprechendem Niveau spielten.

Dass es lächerlich ist, dass dem Österreichischen Tennisverband ein solcher Fehler unterläuft, soll hier aber auch erwähnt werden. Und dass es beim selbigen nicht möglich ist, dass der Sportdirektor Mails mobil abruft und wichtige persönlich beantwortet, ist heutzutage ebenso lächerlich.

Ich bin Unbreakbar

Montag, 23. Mai 2011

Der Papst sagt: Muammar muss gehen!

607 Tage sind seit meinem ersten Blogeintrag vergangen in dem ich forderte: Gilbert Schaller, bitte zurücktreten! Heute wurde meine Forderung endlich - zumindest teilweise - erfüllt: Schaller hat seinen Posten als Davis-Cup-Captain zurückgelegt und will fortan „nur“ noch Sportdirektor sein und seine „ganze Konzentration auf die Ausbildung junger Spieler legen“, wie der ÖTV auf seiner Website schreibt. Schaller gab dies bei den French Open bekannt, wohin er nun offenbar grundlos auf ÖTV-Kosten gereist ist.

Die Aussage mag für manche wie eine Drohung klingen - Schaller will jetzt noch intensiver gegen die Jugendlichen arbeiten. Doch Optimisten sehen darin den nächsten Schritt im Kompetenzbeschneidungsprozess des ÖTV-Allmächtigen Gilbert Schaller. Im August war Entlastung für Schaller angekündigt worden, im Dezember (als ich nach zahlreichen Anfragen schon nicht mehr daran glauben wollte) wurde dann Marion Maruska nominiert, die den Steirer administrativ entlasten sollte. Nun ist er auch nicht mehr Davis-Cup-Kapitän. Dies tat Schaller übrigens bei den French Open kund, wohin er nun offenbar grundlos auf ÖTV-Kosten gereist ist.

Zugegeben: Als sportlicher Leiter, der für den Nachwuchs, sowie für die Vergabe der Förderungen zuständig ist, und darüber hinaus auch noch bei der Wildcard-Vergabe bei allen internationalen Events in Österreich mitredet, kann Schaller auch weiterhin Schaden anrichten - ja sogar mehr als in den Bereichen, die er inzwischen abgegeben hat. Der Vergleich mit Libyens Muammar Gaddafi drängt sich mir auf, der zwar Macht abgeben, aber nicht abdanken will. Hie wie da ist das Ziel klar: Der Diktator muss weg! Und in beiden Fällen ist das Ziel wohl noch lange nicht erreicht. Ich bin gespannt, wer früher gehen wird (müssen): Schaller oder Gaddafi... Klar ist: Jeder Schritt zur Entmachtung dieser beiden Herren ist zu begrüßen!

Gegen Gaddafi kämpft die UN, gegen Schaller immerhin das größte Online-Tennis-Medium Österreichs tennisnet.com und ich selbst. Stefan Wagner schrieb im November 2010 so treffend, dass Schaller mit den Erfolgen des von ihm angeführten Davis-Cup-Teams seine Position als Sportdirektor abzusichern versucht. Das kann er jetzt nicht mehr. Ab sofort wird er nur noch an seiner Arbeit mit den Verbands-Jugendlichen gemessen werden. Seither schwieg die UN der heimischen Tenniscommunity zum Thema Schaller und ÖTV-Strukturen weitgehend, bis auf die Story zum Fördermodell des Verbandes von Christoph Wagner und dessen Appell an den ÖTV am 10. Mai 2011. Auch ich selbst - wenn man so will, in der österreichischen Tenniscommunity so etwas wie der Papst - hielt mich zuletzt mit Kritik am Verband zurück. Lediglich von Schallers privaten Camps, die pro Person um 897 Euro zu buchen sind, setzte ich meine Leserschaft in Kenntnis.

Und diese Camps soll Schaller bitte spielen! Er wird nicht gebraucht im Verband; es gibt gute Trainer wie Thomas Weindorfer, der mit Spring Bowl-Finalist Michael Eibl und Mailand-Finalist Patrick Ofner offenbar gute Arbeit leistet. Ich appelliere daher erneut an Gilbert Schaller: Bitte treten Sie endlich von allen Funktionen im österreichischen Tennis zurück!

Ich bin Unbreakbar

Montag, 9. Mai 2011

Respekt, Frau Hofmanova

Bravo, Nikola Hofmanova! Sie hat das geschafft, was ich (und alle von mir befragten Tennisinsider) ihr zu diesem Zeitpunkt nicht zugetraut hätten. Sie gewann wirklich den Challenger von Bukhara in Usbekistan und verteidigte ihre 50 Vorjahrespunkte vom Fukuoka-Finale. Dennoch ist sie in dieser Woche vorübergehend aus den Top 300 gefallen. Das liegt an der merkwürdigen Ranglisten-Arythmetik: 25.000$-Turniere kommen immer mit einer Woche Verspätung in die Wertung. Nach zwei Jahren gewann sie damit wieder einen Challenger - aus dem Nichts. Ich hatte der 20-Jährigen in meinem letzten Eintrag ja Trainerstunden bei Gilbert Schaller nahegelegt; die Aussicht darauf hat sie scheinbar motiviert. Jetzt will sie Schnitzel essen und weiter Challenger spielen, wie sie auf ihrer Homepage erklärt - das gefällt mir!

Einem weiteren bisher erfolglosen heimischen Tennisspieler empfahl ich Trainingseinheiten beim Daviscup-Captain zu buchen. Stefan Koubek beendete daraufhin seine Karriere und meldete selbst Interesse am Posten Schallers an. Die ihm zugesprochene Wildcard für den Kitzbühel-Hauptbewerb gibt er an einen jungen Österreicher weiter (es wird der von Bresnik betreutet Dominic Thiem sein). Ich wusste nicht, dass die Möglichkeit der Weitergabe von Wildcards besteht. Man stelle sich vor, Goran Ivanišević hätte seine Wimbledon-Wildcard 2001 weitergegeben...

Und auch Thomas Muster soll Erwähnung finden. Mit seiner 7:5, 4:2-Führung in der Qualifikation des Prag-Challengers gegen den späteren Viertelfinalisten Dennis Bloemke, war ein Aufzeigen... auch wenn es letztlich 7:5, 4:6, 3:6 ausging und Muster seine achte Saisonniederlage einstecken musste. In Zagreb steht er mittels Wildcard wieder im Hauptbewerb und trifft auf einen Qualifikanten. Wir sind gespannt!

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 28. April 2011

Schaller spielt wieder Hobby-Camp — Neues beim Verband und potenzielle Kunden

Es ist still geworden um Stefan Koubek. Seit Februar hat er vier Matches bestritten, und bei allen blieb er ohne Satzgewinn. Offenbar ist seine Pressearbeit auf sein sportliches Niveau gesunken, Koubeks letzter Tagebucheintrag auf tennisnet datiert vom Januar. Insgesamt ist seine Saisonbilanz mit fünf Siegen gegenüber sechs Niederlagen zwar nicht ganz so schlecht, wie die von Nikola Hofmanova (5:7) oder gar Thomas Muster (0:7). Doch Besserung ist eher nicht mehr in Sicht. Nächste Woche fallen Koubek 18 seiner 188 Weltranglistenpunkte aus der Wertung, er hätte ein Challenger-Viertelfinle zu verteidigen, genannt ist er jedoch beim ÖTV-Turnier von Pregarten. Ein Termin ist für Koubek ebenso fix: Der amtierende Staatsmeister will seinen Titel zwischen 26. Juni und 2. Juli verteidigen; oder zumindest wieder antreten. Favorit ist heuer Andreas Haider-Maurer, ich könnte mir aber auch ein Antreten von Daniel Köllerer in Oberpullendorf vorstellen. Immerhin spielt der Welser nach einigen Future-Siegen derzeit auch beim Preisgeldturnier von Pregarten mit. Dort wird übrigens der Spielball der French Open aufgelegt, das Turnier sei daher die ideale Vorbereitung auf Roland Garros, wie die Veranstalter meinen. Ob Nadal und Federer das auch so sehen?

Auch Nikola Hofmanova wird bei den Staats in Oberpullendorf dabei sein, wie der ÖTV vor einigen Tagen vermeldete, und dort gegen ihre schlechte Saisonbilanz kämpfen. Nachdem sie in ihren letzten zwei Matches ganze zehn Games gewinnen konnte, ist ein baldiger Ranking-Absturz der aktuellen Nummer 283 der Welt vorprogrammiert. Nächste Woche hätte sie 50 Punkte vom Fukuoka-Finale 2010 zu verteidigen, dafür müsste sie das Turnier von Bukhara in Uzbekistan, wo sie nächste Woche genannt hat, aber schon gewinnen. Realistischer ist jedoch Hofmanovas Abschied aus den Top 300 der Damenweltrangliste.

Und nach langer Zeit möchte ich auch wieder etwas über den ÖTV schreiben: Dieser vermeldet auf seiner Homepage Richtlinien für die Wildcard-Vergabe. Es soll nun transparent sein, wie die Vergabe der Freitickets erfolgt, welche Fristen und welche Form zu beachten sind. Erfreut über diese Transparenz las ich mir die Seite durch, doch Richtlinien für den Verband, wer die Wildcards dann bekommt, suchte ich vergeblich. Stattdessen las ich dort: "Bei den ÖM und den Herren Futures entscheidet der ÖTV Sportdirektor über die Vergabe, bei den Damen Futures entscheidet der FC Captain gemeinsam mit dem Sportdirektor." Immerhin macht der Verband damit öffentlich, dass lediglich subjektiv entschieden wird. Objektive Kriterien gibt es nur bei den U18-Meisterschaften, deren Sieger sich für einen Future-Hauptbewerb qualifizieren. Warum bei Österreichischen Meisterschaften Schaller sowohl über Damen-, als auch Herren-Wildcards entscheidet, und bei Damen-Futures Jürgen Waber mitreden darf, ist für mich nicht zu ergründen.

Gilbert Schaller ist für solche Entscheidungen nicht kompetent genug! Ich fordere ja schon länger Schallers Rücktritt, was ich hiermit bekräftigen möchte. Und bis der erfolgt, muss ihm zumindest Entscheidungsgewalt entzogen werden! Man weiß ja nie, ob Schaller gerade Trainerstunden für Hobbyspieler gibt. Letztes Jahr war es noch ein mittlerer Skandal, als er in Lech am Arlberg betuchten Gästen die Bälle zuschupfte; das störte den Sportdirektor offenbar nicht. Auch heuer ist ein Schaller-Camp zu buchen, jedoch für 897 statt 658 Euro 2010. Vielleicht sollten Koubek und Hofmanova gleich buchen!

Ich bin Unbreakbar

Montag, 7. März 2011

2:3 und der Gewinner ist das österreichische Tennis

Österreich: 2, Frankreich: 3. Brav gekämpft, trotzdem verloren - das bittere Resümee des Daviscup-Wochenendes in Schwechat. Leider hat es zum Sieg gegen Frankreich trotz unglaublicher Stimmung knapp nicht gereicht. Verantwortlich für die Niederlage ist diesmal kein Österreicher, sondern der französische Ersatzmann Jeremy Chardy. Der 24-Jährige dominierte am Freitag Top-10-Mann Melzer, am Sonntag behielt er gegen Martin Fischer und ein paar Tausend tobende Österreicher die Nerven und holte den 5. Punkt für den neunmaligen Daviscup-Sieger Frankreich.

Doch es gibt viel Positives zu vermerken:
Jürgen Melzer wollte dieses Daviscup-Duell unbedingt gewinnen! Jede Pore seines Körpers versprühte Siegeswillen, er hätte sich Arme und Beine ausgerissen um die Franzosen im achten Duell mit Österreich erstmals zu bezwingen. Gegen Gilles Simon in Match vier hat ihm seine Verbissenheit und sein Einsatz den Sieg gebracht, zum Auftakt gegen Chardy brachten ihn diese Tugenden wohl um den Erfolg.

Oliver Marach zeigte eine enorm starke Leistung im Doppel, zog Melzer phasenweise mit und holte mit dem Rücken zur Wand stehend den so wichtigen ersten Punkt für Österreich. Marach konnte nebenbei seine persönliche Doppel-Bilanz gegen Michaël Llodra auf 5:0 ausbauen.

Gilbert Schaller hat eine gute Performance geliefert. Er saß diesmal nicht nur passiv auf der Bank, sondern intervenierte manchmal beim Schiedsrichter, zeigte Emotionen und pushte die Spieler - so gut er das halt kann. Außerdem hat völlig korrekt aufgestellt! Meine Anleitung hat er befolgt. Nach Haider-Maurers Absage hätte auch ich Koubek im ersten Match gebracht, da er ja nach eigenen Angaben so toll in Schuss war. Viel wichtiger war, dass er auch auf mein Mail von Samstag, in der ich die Nominierung von Martin Fischer für das letzte Einzel empfahl, reagiert hat.

Martin Fischer hat mir auch gefallen! Er spielte im letzten Einzel so locker drauf los gegen seinen um 83 Plätze besser rangierten Kontrahenten. Chardy war zunächst vom Publikum geschockt, die knapp 5000 Fans feierten Fischer bei jedem Punktgewinn - auch bei Fehlern des Franzosen. Bei Fisch wuchs der Druck mit Fortdauer der Partie, die Aufschlaggeschwindigkeit ging jedoch mehr und mehr zurück. Ebenso wie die Anzahl der rot-weiß-roten Unterstützer, derer am Ende nur noch knapp die Hälfte im Flughafenhangar weilte. So sahen nur wenige die Tränen der Enttäuschung im Gesicht des sonst so kühl wirkenden Vorarlbergers.

Die Stimmung im Team war, sofern das von Außerhalb zu beurteilen ist, ausgezeichnet. Neben den vier Nominierten feuerten auch Julian Knowle und Alexander Peya die heimische Equipe lautstark an. Melzer selbst wollte Fischer mit Freundin Mirna Jukić zum Sieg hüpfen.

Die Stimmung in der Halle war mindestens vergleichbar mit den legendären Duellen gegen die USA 1990 und Deutschland 1994 (die allesamt 2:3 verloren gingen). Zugegeben: Die Matches sind verdammt lange her - aber ich glaube hier nicht zu übertreiben. Unter anderem erlebten wir beim Melzer-Simon-Match die wohl längste Welle, die je durch ein Tennisstadion ging - über 10 Runden... Nach Thomas Musters Stadthallen-Auftritt und dem Österreicher-Finale in der Wiener Stadthalle das nächste Highlight im heimischen Tennissport!


Nun zum weniger Erfreulichen:
Das Publikum verließ nach dem 2. Satz im letzten und entscheidenden Match zwischen Martin Fischer und Jeremy Chardy in Scharen die Halle. Im 4. Satz waren vielleicht noch 50 Prozent anwesend. Stimmung (siehe oben) machten dann nur noch die etwa 500 Franzosen, die übrigens geschlossen, top-ausgerüstet (zum Beispiel mit einem aufblasbaren Hummer) und farblich abgestimmt trommelten und feierten.

Stefan Koubek nenne ich zurecht zuletzt! Sein Auftritt gegen Gilles Simon war nur peinlich. 38 Minuten bis zum ersten Spielball, 41 bis zum ersten Gamegewinn, dem lediglich vier weitere folgten. Es war als ob ein Mann mit einem Stock ein Huhn über den Platz scheuchte. Ich schrieb Schaller am Samstag in meinem Mail: "Auch gut war, dass Sie Koubek statt dem verletzten Andi Haider-Maurer gebracht haben... Jedoch haben Sie sicher auch erkannt, dass er stinkt!" Die Gefahr einer Tripple-Null stand lange im Raum, nur der Gnade von Simon ist es zu verdanken, dass unser nun am zweitlängsten gedienter Daviscupper doch ein paar Anstandsgames machte. Seine acht Matches währende Siegesserie (4 Staatsliga-Einzel und 4 Matches bei den Staatsmeisterschaften) in Österreich ist damit gerissen.

Zu Koubek noch ein paar Worte: Er rangiert aktuell auf Weltranglistenplatz 206, Tendenz fallend. Im November 2010 prognostizierte ich seinen Ranking-Rückfall und empfahl aufs Doppel umzusteigen. Aus dem einfachen Grund weil ich nicht wollte, dass die Würgung Köllerers sein letztes Karriere-Highlight gewesen sein sollte. Nun scheint der Zug abgefahren! Einzig ein Match von Stefan Koubek gegen Thomas Muster hätte für mich aktuell noch Unterhaltungswert! Und über den Ausgang bin ich nach Koubeks Partie von Freitag nicht mehr so sicher...

Ich bin Unbreakbar

Sonntag, 27. Februar 2011

Nach dem Daviscup ist Muster-Zeit!

Das Daviscup-Duell zwischen Österreich und Frankreich im Hangar 3 des Wiener Flughafens steht unmittelbar bevor. Vom 4. bis 6. März werden sich Jürgen Melzer und drei andere Österreicher mit Frankreich messen. Stefan Koubek, Martin Fischer und Julian Knowle stehen aktuell im Team, jedoch sind Oliver Marach und Andreas Haider-Maurer bei der Vorbereitungswoche ebenso dabei. Schaller hat zwar meine Anleitung zum Sieg gegen Frankreich (ich habe ihm diese gemailt) nicht ganz befolgt; jedoch war sie nach der Absage Haider-Maurers auch nicht mehr eins zu eins umsetzbar. Dass einfach Koubek Haider-Maurers Part übernehmen sollte hätte selbständiges Denken verlangt. Vor einem Jahr war Koubek zugunsten Daniel Köllerers übergangen worden und erklärte einige Monate später seinen Rücktritt vom Team. Jetzt brachte er sich selbst wieder ins Gespräch und mangels Alternativen auch ins Team. Kommt er zum Einsatz, wäre er nach Hans Kary (der am 23. Februar seinen 61. Geburtstag feierte) und mit 14 Jahren und einem Monat die längste Daviscup-Karriere in Österreich hatte, die Nummer 2. Koubek ist seit April 1998 im Einsatz - sprich 12 Jahre und 10 Monate; die bisherige Nummer 2 Alexander Antonitsch hatte Österreich von Juni 1984 bis Februar 1996 vertreten, also 12 Jahre und 8 Monate. Dass Jürgen Melzer (seit September 1999 Daviscup-Spieler) wohl all diese Bestmarken brechen wird, soll hier auch Erwähnung finden...

Doch das nächste Highlight für österreichische Tennisfans folgt unmittelbar auf den Daviscup: Thomas Muster steigt in seine Einzel-Saison 2011 ein: Beim ATP-Champions-Turnier in Zürich! Zwar hatte Tom, der beim Australian-Open-Legenden-Doppel mit Mikael Pernfors spielte im Standard-Interview einen Start beim Caloundra-Challenger in Australien angekündigt, auf den Rastern suchte man ihn jedoch vergeblich. Zürich wird nun ein echter Test für Muster werden: Granden wie Stefan Edberg, Goran Ivanisevic, Pete Sampras und John McEnroe sind dabei; Tim Henman, Michael Stich und Henri Leconte komplettieren das Feld. Gegen jeden einzelnen wird es der Steirer auf schnellem Hallenboden schwer haben!

Am Jahresende 2010 fragte ich:
Wie weit kommt Thomas Muster 2011 im ATP-Ranking?
Das Ergebnis:
800-1000: 23%
500-800: 30%
300-500: 23%
100-300: 12%
1-100: 12%

Auch auf tennisnet gab es eine Umfrage; die befragten trauten Tom im Durchschnitt eine Platzierung von 250 zu.

Ab Mitte März hatte er angekündigt, ATP-Turniere spielen zu wollen. Die ATP-1000-Series-Events von Indian Wells und Miami waren damit wohl nicht gemeint. In Marokko finden ab Mitte März zwei Sand-Challenger statt, sowie Anfang April das ATP-250-Turnier in Casablanca. Wobei in Marokko derzeit die Gefahr einer Revolution nicht zu unterschätzen ist. Sollte Tom schon jetzt schon spielen wollen, tippe ich eher auf die Sand-Challenger von Caltanissetta und Barletta in Italien Ende März, sowie Monza und Rom Anfang April. Beim ATP-Event von München (Ende April) wollte Muster ebenso starten, wie in Stuttgart und Hamburg (Juli), sowie Kitzbühel (August) und Wien (Oktober).

Die Infos über seinen Turnierplan sind rar. Ich bin gespannt, was Tom wirklich reißt und bleibe jedenfalls dran!

Ich bin Unbreakbar

Donnerstag, 17. Februar 2011

Anleitung zum Sieg gegen Frankreich

Ich kritisiere immer Gilbert Schaller, ohne dabei zu bedenken, dass er einfach kein entscheidungs-freudiger oder (-)fähiger Mensch ist. Ich möchte daher Gilbert Schaller eine Anleitung geben, wie wir Frankreich schlagen:

1. Das Team
Nominiert werden Jürgen Melzer, Andreas Haider-Maurer, Martin Fischer und Oliver Marach.

2. Die Aufstellung
Jürgen Melzer ist für Einzel und Doppel gesetzt. Zweiter Einzelspieler für Österreich ist Haider-Maurer. Bei den Franzosen erwarte ich Tsonga und Simon im Einzel an Tag eins. Im Doppel sind Melzer/Marach gesetzt.

3. Die Einzel
Ich gehe von einer Niederlage Haider-Maurers aus. Melzer sollte Simon schlagen. Jedoch kann es eine Marathon-Partie werden. Wenn das der Fall ist, steht Martin Fischer für das Doppel mit Marach parat.

4. Das Doppel
Melzer/Marach (oder Fischer/Marach) treffen wahrscheinlich auf Llodra/Clement. Auf Sand ist Llodras Aufschlag nicht so gefährlich. Doch die Daviscup-Doppelbilanz von Llodra (15:5), sowie die Bilanz des Duos Llodra/Clement (8:2) spricht für die Franzosen. Marachs unkonventionelle Doppel-Spielweise kann aber ein Vorteil für Österreich sein. Für Marach spricht auch, dass er noch nie ein Doppel gegen Llodra verloren hat (4:0, davon 2:0 gegen Llodra/Clement). Wenn wir die Partie gewinnen wollen, muss der Punkt im Doppel her!

5. Der Schlusstag
Ideal wäre, wenn Melzer schon in der ersten Partie gegen Tsonga alles klar machen kann. Doch sollte Haider-Maurer gegen Simon oder Llodra verlieren, ist Melzer vor heimischen Publikum gegen Tsonga für mich Favorit.

6. Letze Hoffnung
Sollte das entscheidende Einzel ohne Jürgen Melzer stattfinden, muss Haider-Maurer spielen! Er kann dann seine Stärken einsetzen und vom Publikum getragen den Sieg holen.

Nun gibt es keine Ausreden mehr! Diese sechs Punkte sollte sogar unser Spottdirektor Schaller befolgen können!

Ich bin Unbreakbar

Freitag, 11. Februar 2011

Hat Marach diesmal eine Chance aufs Team?

In 3 Wochen empfängt Österreich das französische Team im Daviscup-Erstrundenduell auf schnellem Sandplatz am Flughafen Wien. Das Team nominiert sich diesmal praktisch selbst: Neben Jürgen Melzer (11) stehen auch Andreas Haider-Maurer (116) und Martin Fischer (139) im Kader. Letzterer ist dank seiner guten Doppelleistungen und seines Doppelrankings (169) auch für Samstag eine Option. Vielleicht gar nur für Samstag, denn im Einzel machte Fisch heuer keine gute Figur: 0:3 Siege, 8 Games in den letzten 2 Matches, weniger als 7 gewonnene Games pro Match im Schnitt 2011. "Im Prinzip müsste ich es ja niemandem beweisen. Aber mit zunehmendem Erfolg, steigert sich auch die Erwartungshaltung", schreibt der Vorarlberger in seinem Tagebuch. Vielleicht kann er sich mit dem Selbstvertrauen nach seinen jüngsten Doppelerfolgen (Fischer kam in dieser Woche gemeinsam mit Philipp Oswald bis ins Semifinale des Bergamo-Challengers) auch im Einzel steigern. Außerdem feierte Fischer 2010 auf Sand seine größten Erfolge, so könnte ihm der Belag in Schwechat entgegenkommen.

Haider-Maurer war zwar zuletzt krank, doch nach seinem Stadthallen-Finaleinzug 2010 ist er die logische Nummer 2. Bis zum Daivscup sollte der Niederösterreicher auch wieder fit werden. Es überrascht mich, dass beim einzigen Chellenger in der nächsten Woche in Meknes (MAR), der außerdem auf Sand gespielt wird, weder Fischer noch Haider-Maurer genannt sind. Aber die Burschen müssen sich auch nicht empfehlen; anders als der vierte Mann, der noch nicht nominiert ist. Dieser letzte Platz soll mit einem unserer Doppelspezialisten besetzt werden!

Auf der ÖTV-Website ist zu lesen, dass es Daviscup-Captain Gilbert Schaller positiv stimmt, „dass mir Julian Knowle bestätigt hat, dass er seit Mitte Jänner wieder voll trainieren kann und überhaupt nicht mehr an seine operierte Leiste denkt. Noch dazu hat auch Oliver Marach bei den Australian Open ausgezeichnet gespielt (Viertelfinale; Anm.). Das heißt, ich schau mir jetzt einmal an, wie die beiden in den nächsten Wochen spielen und werde dann eine Entscheidung treffen.“ Just schieden in dieser Woche sowohl Knowle (Rotterdam) als auch Marach (Costa do Sauipe) in Runde 1 aus. Beide haben also noch 1 Turnier, um sich Captain-Schaller zu empfehlen. Knowle wird dieses wohl in Marseille spielen, Marach in Buenos Aires.

Für Marach spricht, dass er in Argentinien auf Sand spielt. Außerdem war er zuletzt nicht verletzt, ist also voll belastbar und steht im Ranking auf Platz 11, 22 Positionen vor Knowle. Außerdem sei erwähnt, dass Marach seine 3 Daviscup-Matches (im Einzel) gewinnen konnte.
Knowle verfügt natürlich über weit mehr Daviscup-Erfahrung, hat mit Melzer 6 der letzten 7 Daviscup-Doppel gewonnen. (Gesamtbilanz des Duos 7:7). Im tennisnet-Interview ist Knowle selbst noch nicht mit seiner Form zufrieden.

Aus der Schaller-Perspektive könnte auch folgendes für Knowle sprechen: Er spielt in Marseille in einer Halle, Marach hingegen in Buenos Aires im Freien - und der Daviscup findet ja auch in einer Halle statt. Außerdem gibt es ja 4 Stunden Zeitunterschied, die einen schweren Jet Lag bei Oliver verursachen könnten.

Beim letzten Duell mit der Slowakei wurde Marach, wie die Kleine Zeitung schrieb, nicht einmal angerufen. Ob das diesmal anders ist, wage ich zu bezweifeln. Denn in Wahrheit nominiert ja Jürgen Melzer das Team - und preferiert wohl Knowle. Knowle/Melzer ist wohl auch das beste Doppel, das Österreich zu bieten hat! Ich sehe nur die Gefahr, wenn Jürgen Melzer am ersten Tag eine Marathon-Partie spielen muss und dann nicht Doppel spielen kann, Knowle wohl mit Martin Fischer das Doppel spielen muss. Knowles Daviscup-Doppel-Bilanz ohne Melzer an seiner Seite fällt mit 2:5 nicht ganz so gut aus. Da wäre mir beim Duo Marach/Fischer wohler... Aber bleiben wir optimistisch und hoffen, dass Jürgen Melzer in Thomas-Muster-Manier allein für alle 3 Punkte sorgt! Wer dann mit ihm einläuft, ist dann zweitrangig.

Ich bin Unbreakbar

Montag, 13. Dezember 2010

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert

Dass ich kein großer Fan des Österreichischen Tennisverbands bin, haben regelmäßige Leser meines Blogs bereits vermutet. Doch hier muss ich einmal für den oben genannten Partei ergreifen. Anlass ist der Fall Dominic Thiem. Im letzten Akt des Dramas um Förderungen für Österreichs Ausnahmetalent schrieb Präsident Wolner ein Mail an Wolfgang Thiem (Dominics Vater, sowie NÖTV-Verbandstrainer in einer Person): Der Verband wolle für ihn und seinen Sohn 3.000 Euro Reise- und Aufenthaltskosten für die Turniere "Eddie Herr" und "Orange Bowl" bezahlen. Dass Thiem sen. die Unterstützung nicht brauchte, da er (zumindest beim zweiten Turnier) als Nationaltrainer von Slowenien akkreditiert war, steht ebenso auf tennisnet, wie sie folgendes Zitat von Thiem sen.: "Ein freundliches Angebot einer Entschuldigung für die letzten Ungeschicklichkeiten des ÖTV vor der Übersee-Tournee. Vielleicht bewegt sich im ÖTV ja doch etwas in die richtige Richtung." Es tut mir leid, dass ich dich enttäuschen muss, Wolfgang: Der Verband bewegt sich nicht, die Aktion zeigt viel mehr, dass beim Verband die eine Hand nicht weiß was die andere tut. Ich bin davon überzeugt, dass Schaller nichts von der Wolnerschen Finanzspritze wusste.

Worum geht es eigentlich?
Wolfgang Thiem hatte sich im Sommer in einem offenen Brief an den ÖTV darüber beschwert, dass sein Sohn Dominic mit zu geringen Fördersummen vom Verband bedacht wurde. Das Angebot des ÖTV, 15.000 Euro pro Saison, schlugen Thiem und Günter Bresnik, der als Manager und Coach in Personalunion fungieren dürfte, aus. Die Begründung Thiems war folgende: Eine Saison koste 80.000 Euro, schlechter gereihte Kaderspieler der Südstadt erhalten etwa 30.000 Euro. Mit 15.000 Euro wollte er sich nicht abspeisen lassen.

Stattdessen zog es das Duo Thiem sen./Bresnik vor, auf stur zu schalten und sich mit dem Verband anzulegen. Da Thiem jun. (ebenso wie die Kaderspieler) in der Südstadt trainiert, gab es für ihn zuletzt Probleme einen Hartplatz fürs Training zu bekommen, da diese angeblich vom Verband mit Konditionsübungen besetzt wurden. Gegrüßt wird die Gruppe um Thiem von Schaller und Co. angeblich auch nicht mehr. Ob das so stimmt, sei dahingestellt. Ich kann mir jedoch schon vorstellen, dass die Stimmung nicht die beste ist. Verständlich, sind doch alles nur Menschen.

Doch daran stoße ich mich: Ich finde es schlicht dumm, 15.000 Euro abzulehnen! Denn selbst wenn die Saison 80.000 Euro kostet - was ich mir nur durch eine überhöhte Trainergage von Thiem sen. erklären könnte - sind das 18,75% der Gesamtkosten! Natürlich wäre eine höhere Förderung besser, aber ein Jahr zuvor gab es gar keine externe Förderung. Ich finde man kann froh sein, überhaupt etwas zu bekommen! Und selbst für 500 Euro sollte man dankbar sein! 15.000 Euro: Das entspricht einem Monatslohn von 1.250 Euro netto im Monat! Mag sein, dass eine Tenniskarriere mehr kostet; doch wenn man fast das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Österreichers (17.759 Euro) ausschlägt, ist das schlicht ignorant gegenüber allen, die weniger verdienen und es zum Leben bräuchten. Verständnis habe ich hier keines!

Ich bin Unbreakbar